Lustige Geschichten aus dem Alltag eines Kletterers

Neben all den unendlich vielen, einsamen Trainingsstunden in der Kletterhalle, den harten Projekten am Felsen und den gescheiterten Versuchen, die einem den letzten Nerv rauben können, besteht das Klettern Gott sei Dank nicht nur aus solchen Momenten. Vielmehr erlebt man so oft richtig schöne Momente mit Freunden am Felsen oder auch in der Halle und neben den tollen Augenblicken gibt es da auch die ein oder andere witzige Begegnung oder lustige Geschichte, die einen Klettertag in unsere Erinnerung eingehen lässt.

Ist das Deko, oder kann das weg?
So zum Beispiel an einem Silvester-Abend in Finale Ligure. Man wurde von einigen Dorfbewohnern zur Feier eingeladen und landete wortwörtlich mitten unter den ältesten Bewohnern des Dorfes. Die große Fete würde es hier wohl nicht mehr geben, jedoch ein 5-Gänge Menü wie bei Oma zu Hause. Zum Einen waren für einen hungrigen Kletterer aus der Gruppe die Portionen des Menüs nicht groß genug, dass er tatsächlich noch fast zwei Körbe Mandarinen verdrückt hat. Ob die Mandarinen zur Deko dastanden oder tatsächlich zum Essen gedacht waren, ist bis heute nicht klar. Zum Anderen konnte man das auch gar nicht herausfinden, da die Leute ja durchaus betagt waren und kein Englisch verstanden und wir nur mit drei Worten Italienisch ankamen. „Si“, „Grazie“ und „Prego“ kam jedoch immer gut an und wir durften ein Gespräch zwischen einem Kletterer und einer schicken, älteren Dame beobachten. Dass von seiner Seite aus nur immer „Si“ und manchmal sogar „Si, si“ kam, störte die Dame nicht sehr und sie erzählte munter weiter. Der Rest der Gruppe versuchte natürlich in keinster Weise zu helfen, sondern amüsierte sich großartig.

Körperhygiene ist wichtig!
Nach einem anstrengenden Tag am Felsen findet man ihn überall. Den Chalk! Und wie könnte es besser laufen, als wenn ein Bach direkt unterhalb des Klettergartens läuft. Man freut sich, dass man keine Dreckpfoten mit ins Auto bringt und eilt samt Rucksack auf dem Buckel hinunter ins Bachbett. Mit äußerster Hingabe werden nun die Hände gewaschen, doch bevor man sich erheben kann bemerkt man, dass der Rucksack ganz schön nach vorne drückt und kann es nicht mehr aufhalten. Kopfüber landet man im Bach und hat zur Handwäsche gleich noch eine Kopfwäsche dazu bekommen. Auch beim morgendlichen Zähneputzen kann einem Kletterer so etwas durchaus passieren. Also passt immer auf, auch wenn ein Bach lieblich dahin fließt, kann er durchaus zur reelen Bedrohung werden.

Lagerfeuer-Romantik
Als Kletterer sind wir den Naturgewalten immer und ständig ausgesetzt. So auch am Abend beim Lagerfeuer. Nach dem ein oder anderen Bier nimmt man eine bequemere Haltung ein und streckt die müden Beine von sich um sie am Lagerfeuer ein wenig zu wärmen. Nach einiger Zeit bemerkt man einen seltsamen Geruch und irgendwie wird es auch ziemlich warm am Fuß. Die Kletterhose brennt! Nachdem die ganze Truppe eine Runde gelacht hat, inspiziert man den Schaden und sieht ein ziemlich großes Loch am Saum der Hose. Gott sei Dank wurde die darunterliegende Leggings nicht beschädigt! Darum wär’s ja wirklich schade gewesen. Obwohl Männer ja quasi das Feuer erfunden haben, schadet es nicht, wenn man ein wenig Abstand dazu hält, sonst ist die romantische Stimmung genauso im Eimer wie die Kletterhose.

Doch solche Momente machen einen Ausflug erst zu dem, was er ist und woran man sich immer wieder gern erinnert oder der ein oder andere Kletter-Kamerade immer wieder gern aufgezogen wird.

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