Ringband tapen: Schnelle Hilfe für schmerzende Finger

Ringband Tapen

Hautverletzungen beim Klettern und Bouldern sind ärgerlich, aber sie heilen bei richtiger Pflege binnen weniger Tage wieder ab. Wesentlich unangenehmer wird es, wenn bei einem schweren Zug die Ringbänder an ihre Grenzen geraten. Eine Reizung oder ein Riss machen dir über Wochen und Monate Probleme. Ein Tape kann dann Entlastung bieten, die Heilung unterstützen und vor allem: schmerzfreies Klettern erlauben.

Wie es zu Verletzungen des Ringbands kommt

Ringbandbeschwerden sind ein unter Kletterern weitverbreitetes Problem. Vermutlich kennst du jemanden, der damit zu kämpfen hatte, oder bist selbst schon einmal von einer solchen Verletzung betroffen gewesen. Ursache für die Häufigkeit ist die Funktion der Ringbänder und ihre hohe Beanspruchung, wenn wir uns an der Wand bewegen.

Insgesamt fünf Ringbänder gehören zu jedem unserer Finger. Ihre Aufgabe ist es, die Beugesehnen an den Knochen zu drücken, wenn die Hand geschlossen wird – wie die Ringe einer Angel, die die Angelschnur an der Rute halten, sobald ein Fisch zieht. Stellst du die Finger beim Klettern auf, sind sie besonders gefragt. Durch die starke Beugung drücken die Sehnen heftiger gegen die Ringbänder, als es beim hängenden oder halbaufgestellten Griff der Fall ist. Eine kurze Belastungsspitze, etwa durch einen abrutschenden Fuß, kann dann schon zu viel sein. Im günstigsten Fall handelst du dir eine Reizung, im ungünstigsten einen Riss ein.

Ringbänder

Kommt es zur Verletzung, sind das A2- und das A3-Ringband am häufigsten betroffen. Bemerkbar macht sich das durch Schmerzen auf der Innenseite des Fingers, die auftreten, wenn du auf die Ringbänder drückst oder versuchst, den Finger gegen Widerstand zu beugen. Willst du dann noch klettern, kannst du das sogenannte H-Tape anlegen, um die angeschlagenen Bänder zu entlasten.

Die Ringbänder tapen

Für das H-Tape benötigst du einen etwa zehn bis zwölf Zentimeter langen und anderthalb Zentimeter breiten Tape-Streifen. Dieser wird von beiden Enden eingerissen, wodurch jeweils zwei gleich breite Zügel entstehen. Komplett teilen darfst du das Tape allerdings nicht, weil in der Mitte ein etwa ein Zentimeter breiter Steg stehen bleiben muss (1). Daraus resultiert die namensgebende Form des Verbands.

Das nicht eingerissene Mittelstück legst du auf Innenseite des Mittelgelenks des betroffenen Fingers (2) und beginnst damit, einen Zügel nach dem anderen in einem Ring um den Finger zu kleben (3). Am Ende wird dieser Finger oberhalb und unterhalb des Mittelgelenks von zwei Tape-Ringen umfasst, die in der Gelenkbeuge miteinander verbunden sind (4). Weil es sich später beim Klettern wieder lockert, darf das Tape direkt nach dem Anlegen durchaus etwas fester sitzen, um die Ringbänder während der kommenden Klettersession optimal zu unterstützen.

Ringband tapen

Taping bei Ringbandproblemen ist kein Wundermittel

Der Verband übernimmt einen Teil der Arbeit der Bänder, indem er die Beugesehnen gemeinsam mit ihnen in Position hält. Völlig entlasten oder gar ersetzen kann das Tape diese aber nicht. Versuche des Sportkletterers und Arztes Prof. Dr. Andreas Schweizer haben gezeigt, dass ringförmige Tapes die auf das Ringband wirkende Kraft um 12 Prozent reduzieren können. Das genügt, um Schmerzen bei Belastung zu mindern und eine erneute Überbelastung zu vermeiden. Vorsicht ist aber weiterhin geboten. Bei Problemen mit dem Ringband solltest du alle Bewegungen und Griffe meiden, die Schmerzen verursachen. Das gilt besonders für Leisten, die dich zum Aufstellen der Finger zwingen.

Ist deine Verletzung plötzlich aufgetreten und mit einem hörbaren Knacken einhergegangen, ist das Tapen erst der zweite Schritt. Vorher solltest du abklären lassen, ob es zum Riss gekommen ist. Weil dafür bildgebende Verfahren wie eine MRT nötig sind, ist der Besuch eines Arztes unumgänglich. Bestätigt sich der Verdacht, wird erst einmal eine Pause nötig. Bis das Band wieder verheilt und belastbar ist, kann einige Zeit vergehen. Bekommst du grünes Licht für die Rückkehr an die Wand, ist das H-Tape eine nützliche Unterstützung, um die Ringbänder wieder ans Klettern zu gewöhnen.

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