Flapper tapen: Wie du Hautverletzungen am Finger versorgst

Flapper

Einmal abgerutscht und es ist passiert: Am Finger hat sich ein münzgroßes Stück Hornhaut gelöst und die empfindlicheren tieferen Hautschichten freigelegt. Greift man jetzt wieder beherzt zu, wird das mit einem unangenehmen Brennen quittiert. Geht der Riss tief genug, kann es sogar blutig enden. Zeit aufzuhören? Nicht unbedingt! Mit dem richtigen Tape-Verband lässt sich das Projekt trotzdem noch abhaken. Wir verraten dir, wie es geht.

Nervig, aber kein Beinbruch

Ab- oder aufgerissene Hornhautschwielen und Blasen sind die vielleicht häufigste Verletzung beim Klettern. Treffen kann es jeden. Besonders groß ist das Risiko aber, wenn du noch nicht so lange kletterst, selten gehst oder schwungvoll an der Wand unterwegs bist, aber nicht immer die nötige Präzision beim Greifen an den Tag legst. Für die Haut kann die Belastung dann zu viel werden. Es bildet sich ein „Flapper“, wie das lose Hautstück im Kletterjargon genannt wird.

So ärgerlich das ist, der Klettertag muss damit nicht beendet sein. Ein Tape-Verband schützt die Verletzung meist gut genug, um schmerzfrei an die Wand zurückkehren zu können.

Die Vorbereitungen

Breite Tape-Rolle
Um einen passenden Streifen zu erhalten, kannst du sie in der Länge teilen.

Um im Fall der Fälle nicht ohne dazustehen, solltest du immer eine Rolle Tape in deinen Klettersachen haben. Ob es eine breite 5-Zentimeter- oder eine schmale 1,5-Zentimeter-Rolle ist, macht keinen großen Unterschied. Zwar reicht das schmalere Tape in den meisten Fällen aus, große Rollen sind aber flexibler einsetzbar. Um einen passenden Streifen zu erhalten, kannst du sie in der Länge teilen.

Zur Vorbereitung solltest du dir nach Möglichkeit die Hände waschen. Chalk und Schmutz verschlechtern die Haftung des Tapes. Die lose Haut hingegen brauchst du erst einmal nicht abzuscheiden. Sie schützt die Wunde zusätzlich und kann in den nächsten Tagen die Heilung unterstützen. Natürlich wäre es unangenehm, wenn der Flapper nach dem Klettern am Tape hängen bleibt. Deshalb improvisierst du dir außerdem eine Wundauflage.

Flapper am Finger tapen

Am einfachsten lassen sich Flapper an den Fingern behandeln. Hier reicht ein zirkuläres Tape, das über die offene Stelle gelegt wird. Für gewöhnlich ist der dafür nötige Tape-Streifen etwa zehn Zentimeter lang. Weil du nur die Haut schützen möchtest, muss der Verband nicht allzu fest sitzen. Am besten reißt du das Tape komplett von der Rolle ab, bevor du beginnst, es anzulegen. Andernfalls könnte der Verband unangenehm straff werden und die Blutzufuhr zum Finger beeinträchtigen.

zirkuläres FlappertapeDamit das Tape nicht mit der losen Haut verklebt, faltest du zu Beginn eines der Enden um, sodass Klebefläche auf Klebefläche liegt (1a). Dieses Ende deckt dann den Flapper ab (1b). Anschließend ziehst du das Tape ringförmig um den Finger. (2) Bist du zwei Mal herum, sollte es gut halten. Achte aber darauf, das Tape auf der Oberseite des Fingers enden zu lassen. (3) Das Endstück würde sich sonst durch die Beanspruchung beim Klettern schnell wieder lösen. Hast du dich etwas in der Länge verschätzt, schneide oder reiße einfach das überschüssige Reststück ab.

Nachsorge ist Vorsorge

Ein paar Tipps zum Abschluss: Behandle die offene Stelle nach dem Klettern ein bis zwei Tage mit Kletterretter-Handcreme. Das verhindert das Austrocknen der Haut und schützt sie so davor, beim nächsten Klettertag sofort wieder einzureißen. Ist die Verletzung etwas abgeheilt, kannst du die lose Haut von den Wundrändern abschneiden und diese mit einer Hornhautfeile einebnen. Auch das beugt erneuten Problemen vor.

P.S.: Flapper sind natürlich kein Ärgernis, das exklusiv an den Fingern auftritt. Wie du dir bei abgerissenen Schwielen an der Handfläche helfen kannst, ist beim nächsten Mal Thema.

2 Gedanken zu „Flapper tapen: Wie du Hautverletzungen am Finger versorgst

  1. Erst gestern gelernt. Sekundenkleber unter den „Flapper“ nach dem Waschen und vor dem Tapen.
    Ja ich habe mich auch erst etwas schwer damit getan. Cyanacrylat wird jedoch schon lange auch medizinisch angewendet, ist lösemittelfrei und wohl auch auf offenen Wunden gut verträglich. Gibts auch in der Apotheke, ist wohl das gleiche, kostet ewas mehr als im Baumarkt. Wer das nicht glauben mag einfach googeln.
    Und das Tape von der Handseite in Richtung Fingerspietze rollen, verringert die Angriffsfläche an der Kante des Tapes beim Klettern.
    Viel Spaß beim weiterklettern. Und ja die Prozedur tut etwas weh 😉

  2. Ich bin froh, dass ich auf die Schnelle so gute Tipps im Internet gefunden habe, um eine Handverletzung passend zu versorgen. Natürlich ist so eine Wunde noch eine Bagatelle und noch kein Grund die Handchirurgie aufzusuchen. Aber gerade, wenn man Kinder hat, die viel klettern möchte man doch in der Lage sein, solche Verletzungen adäquat zu versorgen, damit erst gar keine größeren Schmerzen entstehen.

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